Fernsehempfang über Antenne, Kabelfernsehen oder Satellit?
Antenne (DVB-T)
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR idée suisse betreibt 8 Fernsehprogramme in allen Landessprachen. Auf Grund des bundesrätlichen Auftrags löst die SRG SSR die rund 60 Jahre alte analoge terrestrische Fernsehverbreitung (Empfang via Antenne) bis 2008 schrittweise durch DVB-T vollständig ab.
Die terrestrische Versorgung mit Digitalem Antennenfernsehen DVB-T ist die einfachste und kostengünstigste Art, Fernsehsignale zu empfangen. Sie emfangen so jedoch nur eine beschänkte Anzahl von Sendern. Für DVB-T braucht es eine Antenne für den Empfang der Signale ab dem Sender und eine Set-Top-Box (Digitalreceiver).

Schema eines Fernsehers mit Antennen-Empfang
Bildquelle: SRG SSR
Die Vorteile von DVB-T sind:
- Kostengünstig
- kein spezieller Installationsaufwand
- keine neue Empfangsantenne nötig
- sehr gute und immer gleichbleibende Qualität
- vier bis fünf SRG SSR-Programme in der ganzen Schweiz frei empfangbar
- In den Regionen nahe der Landesgrenze können teilweise auch ausländische Programme digital empfangen werden
- Electronic Program Guide EPG
- portabler Empfang möglich
Eine Umstellung ist nur bei Empfang des TV-Signals über Antenne nötig. Wenn Sie Ihr TV-Signal über Kabel, Telefonanschluss oder Satellit empfangen, müssen Sie nichts unternehmen.
Sind Sie von der Umstellung betroffen und möchten weiterhin die Programme der SRG SSR idée suisse über Antenne empfangen, müssen Sie sich eine Set-Top-Box oder ein digitaltaugliches Empfangsgerät beschaffen. Einfache Set-Top-Boxen sind bereits ab rund 150 Franken erhältlich.
DVB-C
Die Qualität der übertragenen, meist MPEG-2-komprimierten, Signale hängt dabei maßgeblich von der Qualität des Quellmaterials, des verwendeten Encoders sowie der für die Übertragung bereitgestellten Nutzbandbreite innerhalb eines DVB-Multiplexes ab.
In der Schweiz ist das DVB-C je nach Kabelnetzbetreiber sehr unterschiedlich. Das Angebot des größten Kabelnetzbetreiber Cablecom mit gut 50% Marktanteil im Kabel-TV-Bereich umfasst im Juli 2009 rund 120 TV-Sender im digitalen Grundangebot und weitere rund 120 Sender aufgeteilt auf verschiedene Pay-TV-Pakete. Hinzu kommen diverse HDTV-Kanäle und ein Video-on-Demand-Angebot, das allerdings (Stand: Juli 2009) noch nicht in allen Netzen und nicht für alle eingesetzten Set-Top-Boxen der Cablecom verfügbar ist. Alternativ bietet die Cablecom ein Near-Video-on-Demand-Angebot.
Die anderen Kabelnetzbetreiber (über 200 meist kleine Anbieter, gemeinsam rund 50% Marktanteil) bieten oftmals in einem Verbund (Quickline, Digital Cable Group) ein der Cablecom sehr ähnliches Angebot. Sowohl bei der Cablecom, wie bei den meisten kleinen Netzen ist das gesamte digitale TV-Angebot codiert. Die Cablecom setzt dazu auf ein Verfahren von Nagravision, viele kleine Netze auf Conax. Die Verschlüsselung des Grundangebotes soll nach Willen des Schweizer Parlaments verboten werden. Ein entsprechendes Gesetz befindet sich in der Ausarbeitung. Mit Inkrafttreten wird 2011 gerechnet.
Grösster digitaler Pay-TV-Anbieter ist die Schweizer Plattform Teleclub. Sie bietet derzeit in ihrem Kabelangebot 17 TV-Kanäle. Am Rande der Deutschschweiz und in der Westschweiz ist ein digitales Programmpaket der französischen Anbieter Canal Plus und CineCinema (CanalSat) verfügbar.
Ende 2008 nutzten gemäss Branchenverband Swisscable über 500 000 Kabelhaushaltungen Digital-TV. Die Wachstumsrate betrug 2008 rund 25%. Die Kabelbranche der Schweiz steht in einem starken Wettbewerb zu einem IPTV-Angebot des größten Schweizer Telekomanbieters Swisscom. Dessen Angebot Bluewin-TV ist technisch in rund 80% der Haushaltungen verfügbar und daher eine potentielle Alternative.
Kabelfernsehen
In rund 80 Prozent aller Schweizer Fernsehhaushalte können Radio- und Fernsehprogramme über Kabel empfangen werden. Das Angebot richtet sich nach den – privatrechtlich organisierten – Betreibern der Kabelnetze. Im Kanton Zug beispielsweise sind es nach Wohnort die Wasserwerke Zug AG oder die Stadtantenne Baar, die für das Kabelfernsehen zuständig sind.

Schema eines Fernsehers mit Kabel-Empfang
Bildquelle: SRG SSR
Die Vorteile des Kabelfernsehens sind:
- keine Installation einer Empfangsantenne
- Programmvielfalt
- lokale TV-Programme (diese sind nur über Kabel empfangbar)
- Kosten meistens in der Wohnungsmiete enthalten
- Kabelgesellschaften bieten zusätzliche Dienste wie Telefonie oder - Breitbandinternet an.
Satellitenfernsehen (DVB-S)
Ein Fernsehsatellit dient zur Übertragung von Fernsehprogammen direkt an die Empfangsgeräte der Zuschauer, ohne Umwege über terrestrisch übertragene bzw. durch Kabelnetze übertragene Fernsehsignale.
In Mitteleuropa empfangbare und per Satellit übertragene Fernsehprogramme werden beispielsweise von den Astra- oder Hotbird-Satelliten ausgestrahlt.
Zum Empfang von Satellitenfernsehen wird eine Parabolantenne mit LNB sowie ein Satellitenreceiver benötigt.

Schema eines Fernsehers mit Satellitenemfang
Bildquelle: SRG SSR
Die Vorteile des Satellitenempfangs sind:
- grösste Programmvielfalt (mehrere hundert Kanäle)
- beste digitale Ton- und Bildqualität
- grosse Auswahl an Zusatzdiensten
- Programme in HDTV-Qualität verfügbar
- praktisch flächendeckende Versorgung in ganz Europa
Als Beispiel werden alleine über die Astra-Satelliten mehr als 1500 Radio- und TV-Programme übertragen, davon sind knapp 300 TV-Programme und etwa 170 Radio-Sender unverschlüsselt.
Noch Fragen?
Viele Antworten finden Sie auf der Website www.digitalesfernsehen.ch. Möchten Sie noch weitere Informationen, so rufen Sie uns ungeniert an. Wir beraten Sie gerne.
